Dublin – Eine kleine Einführung

Dublin sieht man die wechselvolle Geschichte an. Das Gesicht der Stadt ist alles andere als einheitlich, Gebäude aus vielen Epochen reihen sich aneinander – von alten Kirchen bis hin zu zahlreichen modernen Bauten, die während des großen Wirtschaftsbooms der Jahrtausendwende entstanden. Dublin ist nicht elegant oder schick, Dublins Charme macht etwas anderes aus. Gerade das Uneinheitliche, das etwas Schmuddelige, das Durcheinander an Geschichte, Lebensläufen und Menschen machen die Stadt so spannend.

Dublin ist mit etwa einer halben Million Einwohnern keine besonders große europäische Hauptstadt, aber man spürt in ihr viel mehr Energie als in manch anderer Stadt vergleichbarer Größe. Dublins Bewohner, sowohl Alteingesessene als auch Zugereiste, scheinen es tagsüber immer eilig zu haben. Menschenmassen laufen durch die Innenstadt und rennen auch bei roter Ampel noch über die unglaublich breite O‘Connell Street, Autos hupen, Busfahrer fluchen und doch geht irgendwie alles seinen Gang. Das Zentrum Dublins erstreckt sich nördlich und südlich des Flusses Liffey, den man am besten über die berühmte Ha‘ Penny Bridge überquert. Aus Norden kommend gelangt man so auf der südlichen Seite direkt in den Stadtteil Temple Bar, in dessen engen Kopfsteinpflastergassen noch ein Teil des alten Dublins erhalten ist. In Temple Bar sind viele kleine Läden, viele Pubs, Clubs und Bars. Heute ist das ehemals heruntergekommene und in den 1960er Jahren beinahe zum Abriss freigegebene Viertel in und ein Zentrum des Dubliner Nachtlebens. Der berühmteste Pub ist die gleichnamige Temple Bar mit ihrer charakteristischen roten Außengestaltung. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt befindet sich auf der gleichen Seite des Flusses das Ende des 16. Jahrhunderts von Königin Elisabeth I. gegründete Trinity College. In den imposanten Gebäuden werden auch heute noch Lehrveranstaltungen abgehalten. Die heutigen Studenten folgen großen Vorgängern, denn am Trinity College studierten unter anderem die weltberühmten Schriftsteller Samuel Beckett und Oscar Wilde.

Wenn man dem Stadttrubel etwas entfliehen möchte, muss man nicht weit fahren. Die regionale Bahn DART fährt Erholungssuchende innerhalb kurzer Zeit in das nördlich von Dublin gelegene Städtchen Howth, das mit seinem Bootshafen und schönen Wanderwegen entlang der Küste der Irischen See eine Abwechslung zur Hektik der irischen Hauptstadt verspricht. Vogelkundler und Naturfreunde können von Howth aus die Gelegenheit ergreifen, mit einem Boot zum Vogelschutzgebiet Ireland‘s Eye, einer kleinen vorgelagerten Insel, zu fahren.